Enterprise 2.0 - Kleine Schritte führen zum Erfolg (1)
Sie wissen ja, wie das ist. Zu Ostern trifft sich die Familie, es wird gut und viel gegessen. Die Kinder toben
durch die Gegend und plündern das letzte Osternest. Ich für meinen Teil, ziehe mich gesättigt unter meine warme Bettdecke zurück und fülle meinen heißgeliebten "Marketingberater 2.0" mit frischem und vielleicht, für den ein oder anderen, interessantem Inhalt. Zurzeit lese ich Melanie Huber´s neuesten Ratgeber, der da titelte: Kommunikation im Web 2.0. Dieser stubste mich sanft dazu an, doch mal die ersten Schritte zu einer 2.0-Strategie zu diskutieren. Gesagt getan. In meiner kleinen Serie beschäftige ich mit nun mit den Basisaufgaben für Sie und Ihre Mitarbeiter, um Ihr Unternehmen auf den richtigen Kurs zu bringen. Ich hoffe Sie sind angschnallt!
Bevor ich es vergess´, Frau Huber´s Lektüre ist sympathisch geschrieben und hat sowohl für Neulinge, als auch für alte Hasen gut recherchierte Informationen auf dem Kerbholz. Unterfüttert wird das Theoretische rund um Weblogs, Wikis, Podcasts & Co. mit Praxisbeispielen und Expertenbeiträgen von Klaus Eck oder Christian Clawien, die mir selbst nicht ganz unbekannt sind. Kommen wir aber nun zum Wesentlichen.
Sie möchten das Mitmach-Web in Ihre Unternehmens- bzw. Marketingstrategie integrieren, dann sollte Sie das Ganze langsam angehen lassen. Überstürzen sie bitte nicht´s. Viele Mitarbeiter können auch heute noch nichts mit dem Begriff "Web 2.0" anfangen, das belegt eine respräsentative Studie von PriceWaterHouseCoopers im August letzten Jahres. Fazit: Gerade einmal 15 Prozent der Befragten können sich unter dem Begriff etwas vorstellen. Klären Sie zunächst Ihre Mitarbeiter auf, was bedeutet Web 2.0 und welche Vorteile können Sie für das Unternehmen daraus ziehen. Sprechen Sie auch offen negative Aspekte an, wie z.B. das allgemeine Bedenken gegenüber Datenschutzrisiken. Fertigen Sie am besten eine Roadmap an, die Sie für alle gut sichtbar, an den schwarzen Brettern und in Ihrem Intranet veröffentlichen.
1. Studieren Sie Blogs
Beginnen Sie und Ihre Marketing-Mitabeiter mit dem regelmäßigen Lesen von Blogs. Bekommen Sie das Feeling, wie in der Blogosphäre miteinander umgegangen wird. Scheuen Sie auch nicht davor Beiträge zu kommentieren. Das gleiche gilt bei Foren und Communities. Auf diesem Wege durchkämmen Sie zum einen das Internet nach Meldungen bezüglich Ihres Angebots. Zum anderen lernen Sie DIE Multiplikatoren kennen, die für Sie der Zugang zu Ihren Kunden sein könnten. Stoßen Sie hierdurch auf Negativäußerungen, haben Sie gleich die Möglichkeit zu reagieren. Äußern Sie sich dazu - aber bitte besonnen und bloß nicht unter einem Pseudonym - ansonsten kann Ihr Schuss nach hinten los gehen. Prominentestes Beispiel: Jamba.
2. Nutzen Sie Social Bookmarking
Speichern Sie themenrelevante Bookmarks bei Bookmarking-Diensten, wie z.B. Mister Wong und machen Sie diese für die breite Userschaft zugänglich. Vergessen Sie auch nicht, wichtige Teile Ihrer Website gleich mit zu bookmarken und jeweils einen Bookmarking-Button miteinzubetten. Denn: Gefällt den Community-Mitgliedern Ihr Angebot, haben Sie gute Chancen, dass dieses weiterempfohlen wird. Darüber hinaus können Sie Social Bookmarking verwenden, um Ihre Presseclippings verlinkungspraktisch abzulegen. Voilá.
3. Setzen Sie auf Videoclips
Sie haben bereits zahlreiches Material von Messebesuchen, Events und Konferenzen in der Schreibtischschublade gehordet? Schade drum. Nichts wie auf die relevanten Videoportale damit, wie z.B. sevenload, Youtube oder Google Video. Aber nicht nur für´s Internet, eignet sich die Videopräsentation. Weisen Sie Ihre neuen Mitarbeiter doch mal ganz anders in Ihren Job ein, nämlich per Video-Arbeitzplatzbeschreibung. Abrufbar ganz easy aus Ihrem Intranet. Sie haben einen Industriebetrieb? Wie wäre es an dieser Stelle mit einem Werkssicherheitsführer im Bewegtbilderformat? Ziemlich anschaulich, finden Sie nicht auch? Sie erkennen, wenn man weiterdenkt, kommt man rasch auf eine Reihe von Ansätzen, die sich einfach und budgetschonend umsetzen lassen.
4. Führen Sie RSS-Feeds ein
RSS steht für Really Simple Syndication und heißt auf deutsch so viel wie einfache Verbreitung. Inhalte auf Webseiten, Bilder oder Podcasts erhalten Sie automatisch, ohne dass Sie die Seiten in einer Tour besuchen müssen. Die Feeds empfangen Sie mit einem so genannten Podcatcher, den Sie kostenlos im Internet herunterladen können oder aber auch online via Google Reader oder Pageflakes. Die Reader-Software Newsbee können Sie sogar mit bestem Marketinggewissen Ihrem Corporate Design anpassen. Beobachten Sie Ihre Branche, Ihre Mitbewerber und das Feedback über Ihr Unternehmen mit dieser Methode. So bleiben Sie immer auf dem neuesten Stand und sind gewappnet vor eventuellen Krisen. Berücksichtigen Sie Feeds auch im Hinblick auf Ihren Pressebereich. Anstatt Sie Journalisten anbieten, sich in Ihren Presseverteiler einzutragen, ermöglichen Sie Ihnen lieber Ihre unterschiedlichen Themenbereiche jeweils als RSS-Feed zu abonnieren. Dazu stellen Sie Ihren gebrandetet Feedreader gleich mit ins Netz. Bequemer geht´s nicht.
Das war´s auch schon mit dem ersten Teil der Serie. Ich wünsche Ihnen einen schönen Arbeitsbeginn und allseits gute Geschäfte. Ihr Sebastian Voss






