Wie Sie als PR-Agentur die Blogosphäre verärgern
Gestern Abend habe ich beschlossen auf meinem Blog eine neue Kategorie anzulegen: Die Fauxpas des Monats. Da mich mittlerweile immer mehr lustige aber damit auch unprofessionelle -Spammails von Kollegen erreichen, die mit dem Medium "Weblog" noch nicht richtig umzugehen wissen. Diesmal kontaktierte mich eine Hamburger PR-Agentur, die selbstsicher und mit einem leicht befehlshaberischen Unterton folgendes von mir forderte (Originaltext):
Schönen guten
Tag,
Was meinen Sie dazu? Wie dreist muss man eigentlich sein? Nicht das man mit einer solchen PR-Aktion, den Ärger vieler Blogger auf sich zieht, sondern auch noch als PR-Agentur seinen guten Namen aufs Spiel setzt. Apropos Namen, ich habe mich zurückgehalten diesen zu veröffentlich, da solche Worst Case Meldungen in der Blogosphäre relativ schnell Kreise ziehen können. Ein weiterer schwerwiegender Fehler lag darin, dass der besonnene Mitarbeiter alle Blogger in "CC" (also für alle Empfänger sichtbar) setzte und mit einer Serienfloskel begrüßte - naiver konnte man sich wohl kaum anstellen. Also, liebe PR-Agenturen da draußen, ich empfehle Ihnen, auch wenn Ihr Mandant darauf besteht: Nutzen Sie lieber Tools wie Technorati (Authority-Rate), Alexa.com oder blogpulse.com, um Ihr Clipping mit statistischen Informationen auszuschönen. Aber hüten Sie sich im Sinne Ihres eigenen Reputationsmanagement von derartigen Aktionen, die IHREN guten Ruf gefährden können. Denn der ist in der exzellent vernetzten Blogosphäre schneller verspielt, als Sie denken! Natürlich dürfen Sie als Blogger, Agenturbetreiber oder Marketingverantwortlicher jetzt auch Ihren Senf dazu geben!







Aha, dass leben ist doch immer wieder erfreulich. was würde man nur ohne diese Anfragen machen? Wir wüsten gar nicht wohin mit all der Zeit.
Die haben ja mal Glück gehabt, das du Ihren namen nicht verpfiffen hast.
Kommentiert von: juls | 26. März 08 um 12:51 Uhr
Das wollte ich ihnen letztlich ersparen. Wer weiß, wo das nachher noch hingeführt hätte. :-) LG Sebastian
Kommentiert von: Sebastian Voss | 26. März 08 um 13:10 Uhr
Geht diese Agentur eigentlich beim Versand von Pressemeldungen an Redakteure genau so vor? Also ich habe dafür schon immer personalisierte E-Mails verwendet - selbst wenn es - bei großen Verteilern - nur eine Serien-E-Mail war. Aber Ansprache mit Name ist Pflicht.
Und die Frage nach den Besucherzahlen ... naja, da muss man wirklich nichts mehr zu sagen. Vielleicht ist das deren Verständnis von investigativem Journalismus ;-)
Kommentiert von: Michael van Laar | 26. März 08 um 14:04 Uhr
Wenn ich es nicht selbst häufig erleben würde, würde ich glauben, das sei erfunden. Es gibt offenbar immer Zeitgenossen, die von sich selbst auf andere schliessen und dann alle anderen für doof halten. Da bleibt einem schon manchmal das Lachen im Halse stecken.
Noch schärfer wird es, wenn einem die Leute "Suchmaschinenoptimierung" verkaufen wollen, ohne vorher mal ins Portfolio zu schauen, was man eigentlich den ganzen Tag so treibt - nämlich zum Beispiel mit Hilfe von Blogs Websites für Suchmaschinen zu optimieren.
Kommentiert von: Blogtrainer | 26. März 08 um 14:30 Uhr
Ja, ja, die besten Geschichten schreibt noch immer das Leben!
Oder anders ausgedrückt: Es gibt nichts, was es nicht gibt! Und manches wird, ehe man sich versieht, zum Trend oder auch zum Hype.
Über Yigg bin ich auf dieses interessante Blog gekommen. Was jedoch ein wenig stört, das sind die nofollow-Kommentar-Links, die zusätzlich "maskiert" sind. Nunja ;-)
Kommentiert von: trends | 26. März 08 um 15:05 Uhr
@trends: follow/nofollow
1. ist das bei Typepad so voreingestellt, also vermutlich keine Absicht vom Autor.
2. ist das eher eine philosophische Frage, kann also jeder so machen, wie er will.
3. gibt es wohl bessere Wege, das eigene Blog zu promoten, als bei anderen nach den Link-Attributen zu schauen ;-)
Nix für ungut.
Kommentiert von: Blogtrainer | 26. März 08 um 21:21 Uhr