Erfolgsmodell Suchmaschine und die Trends von morgen
In der aktuellen Ausgabe des Zukunftsletters von Matthias Horx stolperte ich über 5 Trends, die uns die Suchmaschinen demnächst bescheren werden. Denn laut Online Vermarktungskreis (OVK) hat sich das Suchmachinenmarketing zum schnellstwachsenden Medium der digitalen Werbung gemausert. Rund 41% der 1,9 Milliarden Euro, die 2007 für Online-Werbung ausgegeben worden sind, gingen auf das Konto der Suchanfragen. Was sagt uns das? Aufgrund des Wachstums und der Investitionsfreude der Unternehmen, die just auf diese Werbeform setzen, forschen die Betreiber weiter an neuen, immmer ausgefeilteren Suchtechnologien. Fünf Trends davon stelle ich Ihnen jetzt in der Kürze der Würze vor:
1. Semantic Web - Die Suchmaschine, die mitdenkt.
Wäre es nicht schön, wenn wir es endlich mal mit einer intelligenten Suchmaschine zu tun hätten, die auch die Bedeutung und die Relationen unserer Suchanfragen kennen und diese richtig zuordnen könnten. So dass, wenn wir uns im Netz über die Anschaffungskosten eines gebrauchten Jaguars informieren möchten, nicht mit Suchtreffern deutscher Raubtierliteratur zugeschüttet werden. Doch bis dahin ist es noch ein langer und steiniger Weg in der Forschung. Yahoo hat sich bereits ins Zeug gelegt und jüngst verkündet, Google mit seiner konventionellen Suchtechnik ein Schnippchen zu schlagen.
2. Personensuche - Sage mir wo du surfst, ich sage dir wer du bist.
Haben Sie auch schon einmal einen neuen Geschäftspartner oder Kunden gegoogelt, bevor Sie mit ihm ein erstes Geschäft abgeschlossen haben? Möglicherweise haben Sie dazu auch eine der folgenden Personensuchmaschinen benutzt. Gemeint sind Stalkerati, 123people, yasni, spock, myonID, ikarma und wie sie alle heißen. Diese tragen ihre Treffer aus unterschiedlichen sozialen Medien zusammen, wie Communities, Bilddatenbanken, Videoplattformen, Blogs und so weiter und so fort. Diese Form des Auskundschaften im Netz, wird immer häufiger eingesetzt. Auch Unternehmen informieren sich so, über ihre neuen Jobaspiranten. Laut einer Umfrage vom BDU, haben sich 2007 bereits 57% der Personaler so einen ersten Eindruck verschafft.
3. Soziale Suche - Gemeinsam sucht´s sich leichter.
Man nehme eine Portion maschinengenerierte Suchmaschinenergebnisse und unterrühre sie mit einem Esslöffel pikanter User-Bewertungen. Fertig ist das nutzerrelevante Menü der sozialen Suchmaschinen, das uns von Diensteanbietern wie Sproose oder Anoox serviert wird. Bei Eurekster kann sich jedes registrierte Mitglied sogar ein eigenes themenspezifisches Suchwiki anlegen, so dass er auf diesem Weg automatisch zur qualitativen Verbesserung der Suchmaschinenergebisse beiträgt.
4. Suche im Voice & Video-Web - So sucht man heute.
Wie wir alle unslängst zu spüren bekommen haben, besteht das WWW nicht ausschließlich aus Textinhalten. Einen Großteil an Content machen Audio-und Videodateien aus, der aber den gängigen, konventionellen Suchmaschinen bisher verschlossen blieb. Doch neue, innovative Suchrobots, wie Spactor sind bereits in der Lage Bewegtbilder und Audiomaterial zu scannen und in Suchtreffer mit einfließen zu lassen. Diese Technik wird primär genutzt, um Radio- und Fernsehbeiträge auf diverse Stichwörter hin zu durchforsten. In jedem Suchlauf wandeln Spracherkennungsalgorithmen das Programm von 80 deutschen TV- und Radiosendern quasi in Echtzeit in Text um. Das wäre doch auch was für Ihre Medienbeobachtung?
5. 3D-Suche - Reise durch den virtuellen Raum.
Auch in der optischen Suche können sich Verfahren wie Touchgraph oder Spacetime mittlerweile sehen lassen. Das letzte erinnert mich sehr stark an die Backupsoftware "Time Machine" von Apple. Hierbei lädt sich der Nutzer das 4 GB satte Suchprogramm auf seinen PC. Danach kann er ganz geschmeidig durch die virtuellen Weiten von Google, Ebay, Youtube und Flickr surfen. Ich habe mir augenblicklich noch dagegen gesträubt, diese unverschämte Menge an Speicherplatz auf meiner Festplatte freizumachen. Für die Werbung in Suchmaschinen hingegen, sehe ich eine neue Ära anlaufen. Wir dürfen gespannt sein!
Ihr Sebastian Voss


Ich halte gerade die Personensuche für eine große Herausforderung für die Zukunft. Die Meta-Suche über verschiedene Datenquellen bietet zwar durchaus einen Ansatz, jedoch gibt es eine Vielzahl an Hemmnissen: z.B. Datenschutz; fehlende APIs bei Personendatenbanken im Netz; die Verwendung von Pseudonymen in Communites; Namensdopplungen; Nutzung des Web 2.0 noch eher von Early Adoptern; fehlende Geschäftsmodelle etc.
Ich persönlich glaube auch, dass Otto-Normal schon einen Schritt früher scheitert. Die Unkenntnis der unterschiedlichen Suchmöglichkeiten ist IMO noch das eigentliche Problem. Wir Googeln und wer da nicht zu finden ist, den gibt es scheinbar nicht im Netz, und dann?
Ich habe zu diesem Thema kürzlich ein kleines Projektblog aufgesetzt mit dessen Hilfe ein Info-Portal für die Pre-Search Information entstehen soll. Dafür suche ich übrigens noch aktive Mitstreiter. Vielleicht machst Du ja mit!?
Viele Grüße und danke für den interessanten Ausblick in die Zukunft der Suche!
Kommentiert von: Gero Wenderholm | 06. Mai 08 um 10:38 Uhr
Hallo Gero,
herzlichen Dank für deinen ausführlichen Kommentar. Und deinen gutgemeinten Hinweis, dass es auch bei dieser Thematik Ecken und Kanten gibt, die man nicht vernachlässigen sollte.
Ich werde mir deinen Projektblog gleich mal anschauen. ;-)
Beste Grüße aus Berlin,
Sebastian
Kommentiert von: Sebastian Voss | 06. Mai 08 um 16:40 Uhr
Hallo Sebastian,
Schau mal lieber in ein paar Wochen vorbei - momentan ists noch eine ziemliche Baustelle. Leider habe ich kaum Zeit, die idealistisch geprägte Idee auch zu verwirklichen. Daher will ich aus der Not eine Tugend machen und fertig ist der Web 2.0 Ansatz :-)
Übrigens ein sehr guter Ausblick mit guten Quellen. Einige der Ansätze waren mir noch nicht bekannt. Es gibt in vielen Bereichen der Suche sicher große Entwicklungschancen und Hürden. Wir dürfen gespannt sein.
Kommentiert von: Gero | 06. Mai 08 um 18:04 Uhr