Draußen schneits und windet, genau der richtige Zeitpunkt meinen nächsten nützlichen Blogbeitrag zu posten. Diese Woche veranstaltete ich zusammen mit meinem Partner Sebastian Wartenberg einen
Workshop zum Thema: "Marketing 2.0 - Chancen und Risiken für den Mittelstand". Hierbei nannten wir Instrumente des Web 2.0, die sich auch im B2B-Bereich hervorragend einsetzen lassen. Neben Flickr und Twitter kamen natürlich auch wieder der Klassiker Weblogs zur Sprache. In diesem Beitrag möchte ich einmal näher auf Formen und Einsatzmöglichkeiten des beliebten "Bürgermediums" eingehen.
Ceo-Blogs
Dieses Blogformat beansprucht die Geschäftsleitung für sich. Entweder kommunziert sie intern mit ihren Mitarbeitern oder auch extern, um Kunden, Lieferanten, Stake-Holdern, Interessenten und Medien ein Sprachrohr zu bieten. Entscheidet sich der CEO für die erste Variante, bloggt er über Standortbesuche, Neuigkeiten, Geschäftsentwicklungen, geplante Investitionen, Unternehmensleitbilder und neue Produkte. Wendet er sich dagegen an ein externes Publikum, kommentiert er meist aktuelle Schlagzeilen, gibt sein Statement zu Branchenentwicklungen oder beantwortet Kundenfragen. Der Vorteil: Der CEO tritt hier als "greifbare" Person hinter seiem Unternehmen hervor.
Knowledge-Blogs
Blogs sind natürlich auch sinnvoll als echte Alternative zu Wikis, die üblicherweise im Enterprise 2.0-Umfeld eingesetzt werden. Wobei sich der Mitabeiter bei Wikis erst einmal mit der jeweiligen Synthax auseinander setzen muss, kann er bei einem einfachen gestrickten Blogsystem gleich loslegen. So kann abteilungsspezifisch Wissen zusammgetragen und nach Schlagworten, den sogenannten Tags, kategorisiert werden und mittels der blogtypischen Kommentarfunktionen Diskussionen um meinen Eintrag ausgefochten werden. Als ausgesprochen nützlich haben sich auch die Vernetzungsmöglichkeiten bewiesen. Die Verlinkung auf Videos, E-Books, Dokumente und Studien im Web, tragen ebenfalls zur effizienten Arbeitskultur mit einem Knowledge-Blog bei.
Service-Blogs
Was noch vor kurzem die Service Hotline oder der FAQ-Chat war, ist heute der Service-Blog. Fragen und Antworten zu bestimmten Diensten oder Services laufen heute im Service-Blog des Herstellers zusammen. So tragen nicht nur die Support-Mitarbeiter zur Lösung des Problems bei, sondern auch andere Besucher der Plattform, die ihre Expertise mittels Kommentarfunktion einbringen können. Man spricht hier mehr oder minder vom customer integrated support. Eine Spin Off des Service Blogs ist der Moblog, gerade bei Produkten die schwer erklärungsbedürftig sind, kann der User visuelle Informationen in seine Problemschilderung mit einbeziehen, indem er Fotos per E-Mail oder MMS einsendet. Diese können mit samt Lösungsvorschlag nach Rubriken kategorisiert werden. Kunden mit ähnlichen Problem, steht somit eine beachtliche FAQ-Datenbank mit samt Lösungsvorschlägen zur Verfügung.
Employer-Blogs
Wo hingegen beim CEO-Blog der Chef das Sagen hat, geben geben beim Employer den bloggenden Ton an. Hier unterscheiden wir auch wieder zwischen in- oder externem Publikum. Bei erster Varianten handelt es sich wie oben schon beschrieben, um ein Instrument des Wissensmanagements. Bei Letzterem präsentieren sich die Mitarbeiter als Sprachohr des eher unnahbar scheinenden Unternehmens. Eine Form davon ist der Customer-Relationship-Blog.
Customer-Relationship-Blogs
Einer der meist verbreiteten Typen, ist der CRM-Blog. Mitarbeiter schreiben über das Unternehmen aus ihrer eigenen sichtweise, subjektiv und losgelöst, doch wohlwollend das Corporate Behaviour berücksichtigend. Die Autoren bloggen meist Beiträge über Produkte, Trends, Neuigkeiten und Nützliches. Selbstverständlich reagieren sie mit diesem Organ auch gegenüber Reklamationen und Wünschen, die den Kunden auf dem Herzen liegen. Hierzu möchte ich gern zwei Beispiele nennen, die mit bestem Beispiel voran gehen. Auf dem Frosta-Blog kommunizieren die Mitarbeiter gemäß ihrer Corporate Idendity ihre gesundheitsbewusse Firmenphilosphie nach außen. Mindestens genau so gut, macht es die Chefin Kirstin Walther auf ihrem Saftblog. Offene und ehrliche Kundenkommunikation sowie konstruktives Verbraucherfeedback, laufen hier unverkennbar zusammen.
Natürlich gibt es noch unzählige weitere Variationen, wie z.B. Kampagen-, Krisen-, Produkt-, Messeblogs et cetera. Doch oben finden Sie zur groben Orientierung zunächst einmal die wichtigsten Kategorien, um gezielt mit Ihrem Blog in die Blogosphäre zu starten. In diesem Sinnen wünsche ich ein frohes Osterfest und ein paar erholsame Feiertage! Ihr Sebastian Voss